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004 Geistergeschichten (Strange New World)

Fremde neue Folge

Artikel von

Christopher Kurtz

Kurzwertung

Story 2-   Positives:
Charaktere 2   + Entdeckergeist
Atmosphäre 2-   + endlich dialoglastig
Spezialeffekte 2-   Negatives:
Gesamtnote 2-   - verschenktes Potenzial
Tendenz konstant   - "brandneues" Konzept

Immer noch nicht "everyday's life"

Die Syncronisation ist ja ein von vieler Seite grausam breitgetrammpeltes Steckenpferd deutscher Kritiker. Ich weiß, ich will mich nicht mehr ägern.

ABER WELCHER IDIOT MEINTE, DIESEN TITEL WÄHLEN ZU MÜSSEN?!?!

Genug davon. "Strange New World" macht Spaß. Nicht soviel wie "Fight or Flight", aber das war zu erwarten. Endlich haben wir eine schön dialoglastige Folge, in der wir ein paar Charaktere kennen lernen dürfen. Die Spätfolgen von Voyager in Sachen "Charakterentwicklung" sind zwar immer noch zu spüren, aber wir wollen nicht vergessen, das dies erst die zweite reguläre Folge ist, in der noch nicht alles völlig rund laufen muss (und sollte, ansonsten hätten wir ja statische, seelenlose Figuren).

Geschichtenerzähler

Das "Entdeckersyndrom" schläg diesmal so richtig zu.

Langsam kapieren wir's ja, die Shuttelkapsel wird unser liebstes Spielzeug werden (sieht ja aber auch sooooo chique aus). Die Episode nimmt einen von Anfang an brav an die Hand zwecks Entdeckungsreise. Damit gerät der Zuschauer schon früh in eine starke Abhängigkeit zur Erzählperspektive - glauben wohl die Autoren der Story.

Tatsächlich wird im zweiten Teil der Handlung fast gar keine Spannung aus der "erzwungenen" Perspektive der Haluzinierenden gewonnen, weil man es mit der Paranoia doch etwas übertreibt. Dem mag man entgegnen, die Spannung der Folge solle aus dem Kammerspiel zwischen T'Pol und Tucker erwachsen. Funktioniert leider nicht, dazu wird eben dieses Kammerspiel zu oft durch die aufklärenden "Kommentatoren" an Bord der Enterprise unterbrochen.

Als schließlich noch die Todesgefahr durch "freie Neutronen" (ich empfele ein Gespräch mit dem Naturwissenschaftler Ihres Vertrauens) droht, fängt sich "Starange New World" nur noch unter Höchstanstrengungen, bevor das eigentlich interessante Szenario zur Farce entartet.

Ein persönlicher Vorschlag: Weniger ist mehr! Kammerspiele machen nur noch halb soviel Spaß, wenn dauerd Leute rein und raus laufen!

Fazit

Wiedermal optisch elegant, die Spannungskurve ist aber zu erzwungen, genauso wie die Kammerspielsituation.