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003 Freund oder Feind (Fight or Flight)

Feuertaufe

Artikel von

Christopher Kurtz

Kurzwertung

Story 2   Positives:
Charaktere 2-   + Spannung bis zum Ende
Atmosphäre 1-   + Schöner, starker Erzählstil
Spezialeffekte 2   Negatives:
Gesamtnote 2+   - Spannung durch Standard-Effekte
Tendenz nach oben   - Frauenbild?

Jetzt geht's los!

Die letzte Woche war lang, sehr lang...

Sei's drum, nach dem geglückten Pilot geht's jetzt weiter mit Enterprise.

Jetzt muss die Serie ersteinmal damit beginnen, ihre Charaktere vorzustellen und zu entwickeln. Trotz einer leichten Fokussierung auf Hoshi sorgt "Freund oder Feind" erstmal dafür, die schon angedeuteten Charakteristika der Figuren dem Zuschauer deutlicher zu vermitteln.

Archer scheint sich in die Richtung "pragmatisch, realitätsbezogen aber als Captain noch etwas unerfahren" zu entwickeln, während T'Pol erstmal stur spielen muss (damit sie langsam auftauen kann). Bei Reed kommt Mr. "Ich-spreng-das-mal-sicherheitshalber-in-die-Luft" deutlicher zu Tage, aber wohl mehr aus Besorgnis um das Schiff als aus Waffenvernarrtheit. Dr. Phlox findet die Menschen an Bord immer noch des Studiums würdig und Tucker lässt den Abenteurer raushängen.

Hoshi aber offenbart diverse äußerst unangenehme Änste, Phobien und andere Bedenken, die ziemlich Sternenflotten-untypisch sind. Die Linguistin macht keinen besonders überzeugenden Eindruck in ihrer Uniform. Nachdem Star Trek in den Sechsziger Jahren des 20. Jahrhunderts Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung und angemessenes Frauenbild war, könnte hier vielleicht ein Schritt in die falsche Richtung eingeschlagen worden sein. Andererseits ist ja auch von einzelnen Klingonen (die aus Gründen der Verschwiegenheit nich öffentlich genannt werden möchten) eine gewisse Abneigung gegen Raumanzüge hinlänglich bekannt. Die Zeit wird zeigen, ob die Folge der Auftakt zu einer erfolgreichen Charakterentwicklung oder grausamen Rückkehr in die Steinzeit ist.

Sie sind tot, Jim...

Die Story selbst ist voller Tempo und Spannung, die durch die gelungene Kamera- und Schnitttechnik befördert wird. Das erste Mal seit langer Zeit habe ich wieder vor meinem Fernseher mitgefiebert. Genial ist besonders Archers zweite Rückkehr auf die Enterprise. Die Szene glänzt mit wunderbarer Kameraperspektive in der Shuttelrampe und stimmungsvollem Soundtrack.

Weniger brilliant (aber immer noch sehr ansehnlich) sind die Spezialeffekte ausgefallen. Nach einer überzeugenden und actionreichen Folge endet das Geschehen mit einer Allerweltsexplosion nach Alibi-Raumkampf. Jeder Jem'Hadar-Abschuss aus DS9 war überzeugender. Wenn schon Action, dann bitte künftig konsequent bis zum Schuss (denn der Anfang des Gefechts war recht überzeugend).

Wunderschön hingegen ist die Schussszene, in der sich Phlox und Hoshi von "Schneckchen" verabschieden.

Die Enterszene auf dem fremden Raumschiff ist trotz der aufwendigen Kulisse etwas zu berechenbar gestrickt. Die Schockereffekte werden per diskretem Winkt mit dem berühmten Zaunpfahl angekündigt. Das haben wir früher schon in "gut" bis "sehr gut" sehen dürfen.

Das sind aber wirklich nur filmtechnische Minimal-Mäkeleien, im Großen und Ganzen ist die Folge hocherfreulich.

Fazit

Schön, actionreich, spannend aber wieder mittelmäßige Themen und u.U. problemtische Charakteranlagen.